Margrit Romp beendet eine Familientradition

Küsterin war 15 Jahre für die Kirchengemeinde tätig

Wenn die Nummern der Lieder, die im Gottesdienst gesungen werden sollen, auf der Holztafel gesteckt sind und die Kerzen auf dem Altar und dem Kerzenständer daneben angezündet sind, kann der Gottesdienst beginnen. Diese Vorarbeit hat bisher Margrit Romp in der Friedhofskapelle in Oegenbostel geleistet. Jetzt ist sie nach 15-jähriger Tätigkeit von der Kirchengemeinde St. Martini Brelingen mit Worten des Dankes und einem Präsentkorb aus dem Amt der Küsterin verabschiedet worden.

Offiziell war die 72-jährige Margrit Romp 15 Jahre als Küsterin in Oegenbostel tätig. Tatsächlich ist sie seit Kindesbeinen mit dem Friedhof im Dorf eng verbunden. Ihr Opa Heinrich Lemke war Friedhofswart, nachdem der Oegenbosteler Begräbnisplatz am Südrand des Dorfes 1955 angelegt worden war. Lemke war Landwirt auf einem gepachteten Hof und arbeitete außerdem im Kalischacht in Hope. Wenn eine Beerdigung anstand, hat er die Gruft für den Sarg ausgehoben und nach der Beisetzung wieder verfüllt. Schon als kleines Kind war Enkelin Margrit dabei und hat später geholfen, die Kränze und Blumen zum Grab zu bringen.

Ihr Opa erledigte diese Arbeiten bis 1967, dann übernahm ihr Vater Albert Lemke die Aufgabe. Hauptberuflich war der im Wasserwerk Elze beschäftigt und betrieb Landwirtschaft im Nebenerwerb. Auch mit ihm war Tochter Margrit häufig auf dem Friedhof im Einsatz. Nachdem Anfang der 1970-er Jahre die Kapelle auf dem Friedhof gebaut worden war, gab ihr Vater die Friedhofsarbeiten ab und ihre Mutter Elfriede betreute als Küsterin die Kapelle. Margrit Romp setzte die Familientradition bis jetzt fort.

Sie hat die Glocke um 11.30 Uhr geläutet, wenn ein Dorfbewohner verstorben war, um dies der Gemeinde mitzuteilen und auch zur Trauerfeier war sie da und läutete. Es verging kein Jahreswechsel, an dem Margrit Romp sich nicht kurz vor Mitternacht auf den Weg zum Glockenturm auf dem Friedhof machte, um das neue Jahr einzuläuten.

Die Küsterin hat viele Brelinger Pastoren erlebt, von Gerhard Oehlschläger bis zu Annabell Demera. „Schön war die Zeit“, blickt Margrit Romp auf die Familientradition zurück. Der Friedhof wird weiterhin häufig ihr Ziel bleiben – aber ohne, dass dort Verpflichtungen auf sie warten. Die Kirchengemeinde wird das Amt der Küsterin nicht neu besetzen, da angesichts der Stellenkürzung bei der Pastorin auch die Zahl der Gottesdienste in Oegenbostel reduziert worden ist. (FB)

 

 

BU: Nach 15-jähriger Tätigkeit als Küsterin für die Kirchengemeinde in Oegenbostel hat Margrit Romp jetzt diese Aufgabe beendet.

Aufn.: Friedrich Bernstorf

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